Die besten VPNs für Windows 10 (und die schlechtesten) inklusive praktischem Setup-Leitfaden

Published by on Mai 22, 2018 in VPN & Datenschutz

Windows 10 VPN

Windows 10 stellt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu seinen Vorgänger-Versionen dar. Allerdings bringt die neue Version eine Reihe von Datenschutz-Problemen mit sich – einige davon sind neu, andere waren bereits in früheren Versionen dabei. Integrierte Werbung, Cortana und Informations-Synchronisation mit Microsoft-Servern personalisieren Ihr Nutzererlebnis, aber dadurch verschwimmen gleichzeitig auch die Grenzen zwischen Personalisierung und Datenschutz. Der folgende Auszug aus den Datenschutzrichtlinien von Microsoft macht das Problem offensichtlich:

“Wir greifen auf persönliche Daten und Inhalte (z.B. E-Mails, andere private Kommunikation, Dateien in privaten Ordnern/Verzeichnissen) zu, legen sie offen und bewahren sie auf, wenn wir in dem berechtigten Glauben sind, dass das notwendig ist, um unsere Kunden zu schützen oder um die Nutzungsbedingungen unserer Services durchzusetzen.”

Die meisten dieser Datenschutz-Schwachstellen können deaktiviert werden, aber einige können während eines Updates und ohne Ihr Wissen auch wieder aktiviert werden. Andere sind wiederum ganz und gar nicht deaktivierbar.

Wie kann man Windows 10 nutzen und sich gleichzeitig vor diesen Datenschutz-Schwachstellen schützen? Als Erstes sollten Sie einen Blick auf unsere riesige Liste von Datenschutz-Tools werfen, die auch einen eigenen Abschnitt für Windows 10-Nutzer enthält.

Als Nächstes sollten Sie ein VPN abonnieren. VPNs verschlüsseln und anonymisieren all Ihre Online-Aktivitäten. Wir haben hier unsere Top 5 VPNs für Windows 10-Nutzer gelistet, wobei besonderes Augenmerk auf folgende Kriterien gelegt wurde:

  • App-Qualität
  • OpenVPN-Protokoll-Unterstützung
  • DNS-Datensicherheit

Der Faktor App-Qualität braucht sicherlich keine weiterführenden Erläuterungen. Das Setup und der Gebrauch des systemeigenen Client für Windows sollte einfach und intuitiv sein.

Das OpenVPN-Protokoll ist als Open Source erhältlich und getestet. Es ist relativ schnell und wird im Allgemeinen als das sicherste und zuverlässigste verfügbare Protokoll betrachtet. Es ist nicht wie SSTP, L2TP und PPTP Teil von Windows 10. Also sollten Anbieter den Nutzern eine App zur Verfügung stellen, die das Setup von OpenVPN einfach macht.

DNS-Datenlecks sind ein bekannter Schwachpunkt von Windows 10, daher ist es für VPNs wichtig, dass sie diese Lecks stopfen können. Ein DNS-Leck macht die Anonymität eines Nutzers zunichte, weil eine Webseiten-Anfrage an den Internet-Service-Anbieter gesendet wird und nicht zu einem anonymen DNS-Server innerhalb des VPNs. Das ermöglicht es Ihrem Internet-Service-Anbieter und gegebenenfalls auch Windows, Ihr Browsing-Verhalten zu beobachten.

Da Microsoft seinen Sitz in den USA hat und dafür bekannt ist, den Forderungen des Massen-Überwachungsprogramms der Nationalen Sicherheitsbehörde der USA (NSA) nachzukommen, bevorzugen wir VPN-Anbieter außerhalb den USA, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

Hier sind nun unsere Top 5 VPNs für Windows 10:

1. ExpressVPN

ExpressVPN ist fast immer unter den Top 5 in nahezu jeder Kategorie vorzufinden. In diese Liste hat es der Service insbesondere wegen seiner exzellenten App geschafft. ExpressVPN ist die einfachste Option für jeden, der etwas sucht, das ohne viel Aufwand funktioniert. Der Service erreichte in unserer Studie die schnellste durchschnittliche Download-Geschwindigkeit aller bisher getesteten VPNs. Nutzer können die DNS-Server von ExpressVPN in den erweiterten Einstellungen aktivieren. Der Service-Anbieter hat seinen Sitz auf den Britischen Jungferninseln, also außerhalb des Zugriffsbereichs der britischen Regierungskommunikationszentrale (GCHQ) und der Nationalen Sicherheitsbehörde der USA (NSA). Abgesehen davon führt der Anbieter auch keine Datennutzungs-Protokolle. ExpressVPN ist zudem einer der wenigen Services, der für Netflix geeignet ist. Die Windows-App kreiert allerdings Verbindungs-Protokolle. Außerdem ist ExpressVPN noch etwas kostspieliger als VyprVPN. Der Service bietet jedoch eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie an, die Sie den Anbieter risikofrei testen lässt.

Lesen Sie hier die vollständige Bewertung für ExpressVPN.

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2. NordVPN

NordVPN Germany

 

NordVPN mit Sitz in Panama verfolgt eine echte Null-Datenprotokollierungs-Politik, was bedeutet, dass der Anbieter weder Verbindungs- noch Nutzungs-Protokolle führt. Andere Features sind Double-Hop-Verschlüsselung, Tor über VPN und Kill-Switch. All das und auch der Schutz vor DNS-Lecks können in den App-Einstellungen aktiviert werden. Der Windows-Client ist äußerst detailliert, aber nicht zu kompliziert für neue, unerfahrene Nutzer. Die Liste der Server ist in Nutzungsempfehlungen unterteilt: TV-Streaming, dedizierte IP-Adressen, Tor über VPN usw. Außerdem wird jeder Server angepingt, sodass Sie sehen können, welcher Standort die geringste Latenzzeit bietet.

Lesen Sie hier die vollständige Bewertung für NordVPN.

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3. IPVanish

IPVanish discounted plans

IPVanish hat seinen Sitz in den USA, wendet eine wirkungsvolle Verschlüsselung an und verfolgt eine Null-Datenprotokollierungs-Politik – so werden weder Sitzungs- noch Datenverkehrs-Protokolle  geführt. Es ist eines der wenigen Tier-1-Netzwerke. Das bedeutet, dass der Anbieter alle genutzten Server selbst besitzt und keine physischen oder virtuellen Kapazitäten von anderen Dienstleistern anmietet. Deshalb sehen wir auch darüber hinweg, dass der Anbieter in den USA ansässig ist. IPVanish hat Server in fast 60 Ländern und Verbindungen verfügen über einen Schutz vor DNS-Lecks.

Lesen Sie hier die vollständige Bewertung für IPVanish.

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4. CyberGhost

CyberGhost bietet einfach zu bedienende Apps und mit seinen mehr als 1100 Servern in über 40 Ländern ein großes Netzwerk. Bei der Premium-Variante werden keine identifizierenden Protokolle gespeichert und Ihre Daten sind während der Übertragung mit einer OpenVPN-Protokoll-256-Bit-AES-Verschlüsselung, die militärischen Standards entspricht, geschützt. Eine kostenlose Version ist verfügbar, die zeitlich unbegrenzt ist. Nutzer müssen sich hierbei allerdings in eine Warteschlange einreihen und die Server sind wesentlich langsamer. Live-Chat kann genutzt werden für den Fall, dass Probleme auftreten. Die Geschwindigkeiten sind ausgezeichnet und Abonnenten der Pro-Version können bis zu fünf Geräte gleichzeitig verbinden.

Apps stehen für Windows, MacOS, iOS und Android zur Verfügung.

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5. VyprVPN

vyprvpn website

Der größte Teil des VyprVPN-Teams befindet sich in den USA, aber das Mutterunternehmen Golden Frog hat seinen offiziellen Hauptsitz in der Schweiz. Die App liefert eine grafische Anzeige mit Echtzeit-Datennutzung und einen transparenten Überblick über Ihre Verbindungseinstellungen einschließlich IP-Adresse, Protokoll und die Aktivierung/Deaktivierung der NAT-Firewall. Der Schutz vor DNS-Sicherheitslücken kann in den Einstellungen aktiviert/deaktiviert werden. Die raffinierte App ist etwas kostspieliger als seine Mitbewerber, aber der Preis ist noch vertretbar. Ein Nachteil von VyprVPN sind allerdings die Datenprotokollierungs-Richtlinien des Services: Ihre tatsächliche IP-Adresse, VyprVPN-Adresse und Verbindungsprotokolle werden bis zu 30 Tage lang gespeichert.

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VPNs, die Sie meiden sollten

Wenn es darum geht, zu entscheiden, welche VPNs weniger für Windows 10 geeignet sind, dann sollten kostenlose VPNs ganz oben auf der Liste stehen. Wir beschreiben im Folgenden einige, die man üblicherweise schnell mittels Google-Suche findet. Viele der genannten Punkte treffen aber auf nahezu alle kostenlosen VPNs zu.

Außerdem befinden sich in unserer Liste der zu vermeidenden VPNs einige kostenpflichtige, die entweder nicht vor DNS-Lecks schützen, in den USA ansässig sind oder auf die beides zutrifft.

Betternet

Wenn Sie eine Google-Suche nach “kostenlose VPNs für Windows” durchführen, wird Betternet als eines der ersten Ergebnisse erscheinen. Betternet speichert keine Datennutzungs-Protokolle, aber die App selbst ist Teil einer Werbe-Plattform, die auf Ihre Cookies zugreift, um Ihnen gezielt Werbung, Videos und App-Vorschläge zuzuweisen. Der Anbieter bietet außerdem keinen Schutz vor DNS-Lecks. Betternet selbst ist also eigentlich nicht schädigend.Im Gegenteil: Der Services an sich ist recht transparent, wenn es um seine Arbeitsweise geht. Wir können sogar die mobile App als eine recht gute kostenlose Alternative empfehlen. Für Windows sollten sie den Anbieter jedoch nicht nutzen.

Hide.me (kostenlose Version)

Hide.me ist ein weiteres kostenloses VPN für Windows, das bei einer Google-Suche weit oben erscheint. Obwohl Premium-Abonnements verfügbar sind, die einen einigermaßen guten Service bieten, ist die kostenlose Version mit einer Geschwindigkeit von 3 Mbit/s und einem Datentransfer von 2 GB in ihrer Leistung doch recht eingeschränkt. Diese Version unterstützt außerdem nicht OpenVPN, welches das von uns empfohlene Protokoll bezüglich Sicherheit ist. Des Weiteren sind die Nutzer der kostenlosen Version auf drei Server-Standorte beschränkt und auch Port-Weiterleitung ist nicht verfügbar, was für Torrenting nützlich wäre. Ein Vorteil von Hide.me ist allerdings, dass es völlig auf Protokollierungen verzichtet.

Hola

Hola ist eine Peer-to-Peer-Proxy-Browser-Erweiterung, die wie ein VPN funktioniert, aber keine zentralen Server verwendet. Stattdessen wird der Internet-Datenverkehr von Nutzern in Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Bandbreite über Geräte anderer Hola-Nutzer weitergeleitet. Aufgrund von lokalen Gesetzen und Vorschriften kann es vorkommen, dass Sie auf diese Weise für die Aktivitäten anderer Nutzer verantwortlich gemacht werden. Darüber hinaus missbraucht Hola die Computer-Ressourcen seiner Nutzer zuweilen, um diese in eine Botnet-Armee zu verwandeln, die  Distributed Denial-of-Service(DDoS)-Angriffe auf Webseiten auszuführt und Raubkopien verbreitet.

Doppelter DNS-Leck-Test

Wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihr DNS-Leck-Schutz funktioniert, dann haben Sie hier die Möglichkeit, einen DNS-Leck-Test durchführen. Sie sollten den Test einmal mit eingeschaltetem und dann ein weiteres Mal mit ausgeschaltetem VPN durchführen, um die Testergebnisse sofort interpretieren zu können.

 

Netflix und Hulu können nicht freigeschaltet werden? Versuchen Sie es mit einer IPv6-Deaktivierung

Selbst wenn ein VPN-Anbieter mit einem DNS-Leck-Schutz wirbt, können Webseiten wie Hulu und Netflix durch Anfragen über das IPv6-Protokoll trotzdem Lecks erzwingen. Die meisten VPNs leiten DNS-Anfragen automatisch zum IPv4-Protokoll weiter und vermeiden IPv6 ganz und gar. Wenn IPv6 auf Ihrem Gerät allerdings aktiviert ist, kann es über dieses Protokoll in Windows 10 zu einem DNS-Leck kommen.

Als Erstes sollten Sie den Kundensupport Ihres VPN-Anbieters fragen, ob der Anbieter über Server verfügt, die die US-Seiten von Netflix und Hulu freischalten. Wenn das der Fall ist und Sie mit einem der Server verbunden sind, aber die Netflix- und Hulu-Seiten dennoch erkennen, dass Sie ein VPN nutzen, dann müssen Sie wahrscheinlich das IPv6 deaktivieren.

Führen Sie dazu die folgenden Schritte durch:

  1. Rechtsklicken Sie auf das WLAN- oder LAN-Symbol in Ihrer Taskleiste und klicken Sie “Netzwerk- und Freigabecenter öffnen”
  2. Im erscheinenden Fenster klicken Sie auf den Link zu Ihrem Netzwerk (neben “Verbindungen”)
  3. Klicken Sie Eigenschaften an
  4. Heben Sie die Markierung für “Internet Protocol Version 6 (TCP/IPv6)” auf
  5. Drücken Sie auf “OK”, um die Änderungen zu speichern und führen Sie dann einen Computer- Neustart durch

IPv6 ist jetzt deaktiviert und Lecks von IPv6-DNS-Anfragen sollten nicht mehr auftreten.

Ähnliche Artikel: Was sind die besten VPNs für Hulu und für Netflix?

 

Manuelles Einrichten eines VPNs in Windows 10

Für die Nutzung der Services der genannten Anbieter müssen Sie lediglich die Anwendungen herunterladen und installieren. Das Verbinden funktioniert ganz einfach indem Sie sich anmelden, den Standort wählen und auf “Verbinden” klicken.

Wenn Ihnen die App jedoch nicht gefällt, dann bietet Windows 10 einen eingebauten VPN-Support, der manuell konfiguriert werden kann. Das Betriebssystem unterstützt OpenVPN allerdings nicht, daher empfehlen wir entweder L2TP/IPSec, SSTP, oder IKEv2. Meiden Sie jedoch PPTP, auch wenn es etwas schneller und einfacher zu installieren ist, hat es bekanntermaßen Sicherheitsschwachstellen.

Um zu beginnen, benötigen Sie die je nach gewünschtem Protokoll die folgenden Informationen von Ihrem VPN-Anbieter:

  • Benutzername
  • Passwort
  • VPN-Server-Adresse
  • Shared secret oder Zertifikat

 

  1. Tippen Sie “VPN” in die Suchleiste ein, und klicken Sie auf das Zahnrad über den Suchergebnissen.

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2. Klicken Sie im erscheinenden Menü Eine VPN-Verbindung hinzufügen

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3. Wählen Sie unter VPN-Anbieter Windows (eingebaut) aus. Geben Sie alle andere oben erwähnten Informationen ein.

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4.Klicken Sie Übernehmen

5. Das VPN sollte jetzt im VPN-Menü erscheinen. Klicken Sie es an und klicken Sie dann auf Verbinden.

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  1. Warten Sie einen Moment, bis die Verbindung steht und das war’s! Sie sind verbunden.
  2. Nachdem Sie Ihr VPN eingerichtet haben, können Sie schneller darauf zugreifen, indem Sie das WLAN-Symbol im Infobereich anklicken. Letzteres sollte sich im oberen Bereich befinden.

windows manual vpn 5

10 WINDOWS“ von marc falardeau lizensiert unter CC BY 2.0

 

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