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Tor und VPNs sind Tools, die mittels Proxy-Servern und Verschlüsselungen die Nachverfolgung von Onlineaktivitäten und die Identifizierung von Nutzern erschweren. Die beiden Arten von Netzwerken weisen einige Gemeinsamkeiten auf, verfolgen letztlich aber nicht den gleichen Zweck. Während das Ziel von Tor die Anonymität eines Nutzers ist, schützt ein VPN die Privatsphäre eines Nutzers, indem es Einsichten in Onlineaktivitäten verhindert.

Ein VPN verschlüsselt den gesamten Datenverkehr eines Gerätes und leitet ihn durch einen Server an einem Standort Ihrer Wahl. Dadurch wird dem Nutzer eine neue IP-Adresse zugeordnet. Bei IP-Adressen handelt es sich um einzigartige Reihen von Zahlen und Dezimalen, die Geräten zugeordnet sind und für die Standortbestimmung eines Nutzers verwendet werden können. Verschlüsselungen innerhalb eines VPNs hindern Ihren Internetdienstanbieter daran, Ihre Onlineaktivitäten zu überwachen.

Obwohl die meisten guten VPN-Anbieter versichern, keine Protokolle über Ihre Onlineaktivitäten zu führen, wird von Ihnen dennoch ein gewisses Vertrauen in die Richtigkeit dieser Angaben abverlangt. Es ist letztlich nie absolut sicher, dass der Anbieter nicht doch Datenverkehrsprotokolle führt und möglicherweise auch Daten an Unternehmen, Hacker und Regierungsbehörden weitergibt, wenn danach gefragt oder gar gefordert wird. Auch wenn Ihre Aktivitäten innerhalb eines VPNs durch Verschlüsselungen privat sind, ist dadurch nicht automatisch völlige Anonymität gewährleistet.

Tor verschlüsselt den Datenverkehr eines Nutzers und leitet ihn durch mehrere Knotenpunkte des Tor-Netzwerkes, die von Freiwilligen betrieben werden. Jedes Mal, wenn eine Anfrage für eine neue Webseite gesendet wird, ändert sich der Weg, den die Daten nehmen. Dadurch wird es unmöglich, nachzuverfolgen, wer der Absender der Anfrage ist. Anders als bei VPNs existiert in Tor keine zentrale Stelle, die den Datenfluss kontrolliert. Somit ist auch kein Vertrauen vonseiten des Nutzers notwendig, dass seine Daten nicht an Dritte weitergegeben werden.

Eintritts- und Ausgangsknotenpunkte des Tor-Netzwerkes sind allerdings bekannt, sodass sowohl Ihr Internetdienstanbieter als auch der Zielserver mit Leichtigkeit herausfinden kann, ob Sie Tor verwenden oder nicht. Einige Internetdienstanbieter, Webseiten, Apps und Regierungsbehörden blockieren Datenverkehr, der zu einem Tor-Eingangsknotenpunkt geht oder von einem Tor-Ausgangsknotenpunkt kommt. In einigen Ländern führt schon die Nutzung des Tor-Netzwerkes dazu, dass Ihr Name auf die Schwarze Liste Ihres Internetdienstanbieters gesetzt wird. Obwohl Ihre Aktivitäten innerhalb von Tor anonym sind, ist die Tatsache, dass Sie Tor verwenden, also nicht vollkommen privat.

VPNs sind schneller als Tor und somit besser für das Streamen von Videos, für Torrenting und für andere Download-intensive Aktivitäten geeignet. Tor ist dagegen die bessere Wahl, wenn es um anonymes Surfen und den Zugang zu .onion-Webseiten im Darknet geht.

Eine Kombination aus Tor und einem VPN führt zu einem verbesserten Schutz und zu mehr Flexibilität. Beide Netzwerke verschlüsseln Datenflüsse, die zuerst durch das Tor-Netzwerk und dann durch ein VPN geleitet werden (VPN über Tor) oder umgekehrt (Tor über VPN). Wir werden die Vor- und Nachteile der beiden Konfigurationen später in diesem Artikel näher erläutern. Zuerst wollen wir jedoch einen Blick auf die besten VPNs für Tor-Nutzer werfen. Beachten Sie bitte, dass eine Kombination aus einem VPN und Tor zwar zu mehr Anonymität und einem besseren Schutz der Privatsphäre führt, aber auch zu einer stärkeren Verlangsamung der Verbindungsgeschwindigkeit und zu längeren Latenzzeiten, als wenn nur eins der Netzwerke Anwendung finden würde.

Wir haben die VPNs in unserer Liste auf der Basis folgender Kriterien bewertet:

  • Speziell für Tor-Nutzer designte Features
  • Keine Protokollführungen
  • Sichere Verschlüsselung
  • Anonyme Zahlungsmethoden

1. NordVPN

NordVPN Germany

NordVPN hat seinen Sitz in Panama. Der Anbieter ermöglicht seinen Nutzern Zugang zu speziellen Servern, die eine Tor-über-VPN-Konfiguration enthalten. Das bedeutet, dass der Datenverkehr zuerst durch ein VPN und dann automatisch durch ein Tor-Netzwerk geleitet wird. Diese Lösung ist eine gute Wahl, wenn Sie andere Anwendungen als Ihren Browser mit Tor nutzen möchten. Eine Doppel-VPN-Option, die mit einem Tor-Browser genutzt werden kann, steht ebenfalls zur Verfügung. Allerdings resultiert aus der Verwendung von zwei VPNs zusammen mit Tor eine erhebliche Geschwindigkeitsverlangsamung. NordVPN gibt an, keine Protokollierungen durchzuführen und wendet eine 256-Bit-AES-Verschlüsselung an. Das Unternehmen akzeptiert Bitcoin-Zahlungen. Apps sind für Windows, MacOS, iOS und Android verfügbar.

Einige Experten lehnen eine Tor-über-VPN-Lösung ab, da der Anbieter (NordVPN) sehen kann, was Nutzer mit der Tor-Verbindung online tun. Der Datenverkehr kann also analysiert werden, bevor er von Tor verschlüsselt wird. NordVPN gibt an, keine Protokollierungen durchzuführen. Sollte der erwähnte Experteneinwand jedoch Besorgnis bei Ihnen auslösen, dann empfehlen wir Ihnen, Tor und ein VPN unabhängig voneinander einzurichten.

Lesen Sie hier unsere vollständige Bewertung für NordVPN. 

GÜNSTIGES ANGEBOT: Nutzen Sie das aktuelle Angebot, das Ihnen einen riesigen 66%-Rabatt auf das 2-Jahre-Abonnement gewährt.

2. ExpressVPN

ExpressVPN bietet seit Kurzem eine .onion-Version seiner Webseite für Nutzer an, die einen anonymen Account wünschen. Das Unternehmen hat seinen Sitz auf den Britischen Jungferninseln, akzeptiert Bitcoin-Zahlungen und führt keine Protokollierungen durch. Der Anbieter hält einige Informationen fest, die jedoch nicht zu einer Identifizierung des Nutzers führen können. Dazu gehören beispielsweise das Datum einer Aktivität (aber nicht die Uhrzeit), die Wahl des Serverstandortes und die Gesamtmenge der übertragenen Daten pro Tag. Der Anbieter verwendet modernste Verschlüsselungsmethoden einschließlich 256-Bit-AES-Verschlüsselung, 4096-Bit-DHE-RSA-Schlüssel mit Perfect Forward Secrecy und SHA512-Authentifikation. ExpressVPN erhält regelmäßig gute Bewertungen, ist schnell, benutzerfreundlich und stellt Apps für Windows, MacOS, Android, iOS und Linux (Kommandozeile) zur Verfügung.

Lesen Sie hier unsere vollständige Bewertung für ExpressVPN.

GÜNSTIGES ANGEBOT: Sie können ExpressVPN durch die 30-tägige Geld-zurück-Garantie risikolos testen. Sie haben außerdem die Möglichkeit, 3 kostenlose Monate zusätzlich zum 12-Monats-Abonnement zu erhalten.

3. AirVPN

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AirVPN hat als einziger Anbieter die beste Bewertung in unserer VPN-Datenschutz-Beurteilung erhalten. Der Anbieter ist zwar nicht der schnellste und benutzerfreundlichste, aber er ist der einzige uns bekannte Service, der VPN über Tor in seine Apps integriert hat. Dadurch wird der Datenverkehr zuerst durch das Tor-Netzwerk und dann durch das VPN geleitet. Der Datenverkehr wird sowohl durch das VPN als auch durch Tor verschlüsselt, bevor er Ihr Gerät verlässt. VPN über SSH und VPN über SSL sind weitere verfügbare Optionen. AirVPN verwendet sichere Verschlüsselungsmethoden: 256-Bit-Verschlüsselung, HMAC-SHA1-Authentifikation und DHE-RSA-4096-Bit-Schlüssel mit Perfect Forward Secrecy. Der Anbieter führt keine Protokolle und akzeptiert Bitcoin, mehrere andere Kryptowährungen sowie einige Gutscheine. Apps sind für Windows, MacOS, iOS, Android und Linux erhältlich.

Halten Sie Ausschau nach unserer demnächst erscheinenden vollständigen Bewertung für AirVPN oder testen Sie hier eines der Abonnements des Anbieters.

4. BolehVPN

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BolehVPN unterstützt Tor über VPN auf bestimmten OpenVPN-TCP-Servern. Der Anbieter führt keine Protokolle durch, solange kein Fall eines vermuteten Missbrauchs (z. B. bei vermuteten DDoS-Angriffen oder Spam-Sendungen) besteht. Der Service erfüllt alle Kriterien für eine äußerst hohe Sicherheit: 256-Bit-AES-Kanalverschlüsselung, 2048-Bit-RSA-Schlüssel mit Perfect Forward Secrecy und SHA-512-HMAC-Authentifikation. BolehVPN akzeptiert Bitcoin und Dash. Apps sind für Windows, MacOS, Android und iOS erhältlich.

Einige Experten lehnen eine Tor-über-VPN-Lösung ab, da der Anbieter (BolehVPN) sehen kann, was Nutzer mit ihrer Tor-Verbindung online tun. Der Datenverkehr kann also analysiert werden, bevor er von Tor verschlüsselt wird. BolehVPN gibt an, keine Protokollierungen durchzuführen. Sollte der erwähnte Experteneinwand jedoch Besorgnis bei Ihnen hervorrufen, dann empfehlen wir Ihnen, Tor und ein VPN unabhängig voneinander einzurichten.

Halten Sie Ausschau nach unserer demnächst erscheinenden vollständigen Bewertung für BolehVPN oder testen Sie hier eines der Abonnements des Anbieters.

VPNs, die Tor-Nutzer meiden sollten

HideMyAss

Der Anbieter hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich, wo vor Kurzem weitreichende Datenspeicherungsgesetze in Kraft getreten sind. Darüber hinaus führt HideMyAss Protokolle, die zu mindestens einer Verhaftung eines Nutzers geführt haben. Aus diesen Gründen sollte der Anbieter von jedem gemieden werden, dem Anonymität und Privatsphäre wichtig sind.

Hotspot Shield

Datenschutzverfechter haben zu Beginn des Jahres eine formale Beschwerde bei der US Federal Trade Commission eingereicht, in der dem kostenlosen Premium-VPN Hotspot Shield vorgeworfen wird, HTTP-Anfragen für bestimmte Onlinehandel-Websites illegal zu den Websites von Vertragspartnern umgeleitet zu haben, um auf diese Weise finanziell zu profitieren. Des Weiteren wird dem Unternehmen vorgeworfen, Tracking-Cookies in die Browser von Nutzern zu injizieren, um Browsing-Daten zu erhalten, die dann an Werbeunternehmen verkauft werden. Solange diese Vorwürfe im Raum stehen, sollten Sie Hotspot Shield nicht nutzen.

PureVPN

Das FBI hat vor Kurzem einen Mann, dem Cyber-Stalking vorgeworfen wird, unter anderem dank der Aufzeichnungen von PureVPN festnehmen können.  Er hatte den Service des in Hongkong ansässigen Unternehmens genutzt, um seine Identität zu verbergen. PureVPN hatte in diesem Zusammenhang Protokolle mit enthaltenen IP-Adressen an die Behörden übergeben. Der Anbieter gibt an, dass er Nutzeraktivitäten nicht protokolliert, aber im Kleingedruckten steht, dass die ursprünglichen IP-Adressen der Nutzer registriert werden. Diese Vorgehensweise sollte jeden Tor-Nutzer davon abhalten, sich für PureVPN zu entscheiden.

Kann ich ein kostenloses VPN zusammen mit Tor verwenden?

Ja, aber daraus resultiert möglicherweise mehr Schaden als Nutzen. Von technischer Seite aus spricht nichts dagegen, eine Verbindung zu einem kostenlosen VPN-Service herzustellen und dann einen Tor-Browser zu verwenden.

Dennoch muss vor kostenlosen VPNs gewarnt werden. Oberflächlich gesehen sind sie meist verlockend, aber bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass sie oftmals nur unterdurchschnittliche Verschlüsselungsmethoden anwenden, nicht selten Protokollierungen durchführen, ihre Nutzer zwingen, sich für Verbindungen in Warteschlangen einzureihen sowie Begrenzungen für Datenmengen und Datenübertragungsraten setzen. Darüber hinaus verfügen sie in der Regel über weniger Server und IP-Adressen, wodurch die Nachverfolgung von individuellen Nutzern leicht möglich ist. Viele dieser Anbieter injizieren außerdem Werbeinhalte und Tracking-Cookies in die Browser von Nutzern, was letztlich zu einer Verschlechterung anstatt zu einer Verbesserung der Privatsphäre führt.

Vergleich zwischen Tor über VPN und VPN über Tor

Sollten Sie VPN über Tor oder Tor über VPN nutzen? Beide Konfigurationen haben Vorteile, wenn es um Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit geht. Im Folgenden werden wir näher auf die Vor- und Nachteile beider Lösungen eingehen.

Tor über VPN

Sie können Tor über VPN verwenden, indem Sie eine Verbindung zu einem VPN herstellen und das Internet mittels des Tor-Browsers nutzen. Ihr Datenverkehr wird durch Tor und durch das VPN verschlüsselt, bevor er Ihr Gerät verlässt. Der Datenfluss durchläuft folgende Stationen:

Mein Gerät –> Verschlüsselt durch VPN und Tor –> VPN-Server –> Tor-Netzwerk –> Internet

Vorteile:

  • Ihr Internetanbieter kann nicht sehen, dass Sie Tor nutzen
  • Weder Ihr Internetanbieter noch das VPN kann Ihren Datenverkehr sehen*
  • Einfaches Setup: Verbindungsherstellung zu einem VPN und Verwenden des Tor-Browsers
  • Zugang zu .onion-Webseiten
  • Möglichkeit, für weniger kritische Aktivitäten ein VPN mit einem normalen Browser (ohne Tor) zu verwenden
  • An Tor-Eingangsknotenpunkten sind die ursprünglichen IP-Adressen nicht zu sehen

Nachteile:

  • Webseiten blockieren in einigen Fällen den Datenverkehr, der von Tor-Ausgangsknotenpunkten kommt
  • Das VPN kann Ihre ursprüngliche IP-Adresse sehen und protokolliert diese möglicherweise
  • Datenverkehr wird an gehackten Tor-Ausgangsknotenpunkten sichtbar

*Bitte bedenken Sie, dass NordVPN und BolehVPN Ihren Datenverkehr analysieren können, bevor er durch das Tor-Netzwerk verschlüsselt wird, wenn Sie deren Tor-über-VPN-Server nutzen. Diese Lösung hat andererseits aber den Vorteil, dass der gesamte Datenverkehr durch Tor geleitet wird, ohne dass individuelle Anwendungen für die Tor-Nutzung konfiguriert werden müssen.

VPN über Tor

VPN über Tor ist etwas komplizierter einzurichten, da dafür die Konfiguration auf einem VPN-Server nötig ist. Soweit uns bekannt ist, bietet nur AirVPN diese Möglichkeit an. Der Datenfluss durchläuft folgende Stationen:

Mein Gerät –> Verschlüsselt durch VPN und Tor –> Tor-Netzwerk –> VPN-Server –> Internet

Vorteile:

  • Weder Ihr Internetanbieter noch das VPN kann Ihren Datenverkehr sehen
  • Zugang zu Webseiten und Apps, die normalerweise Datenverkehr, der von Tor-Ausgangsknotenpunkten kommt, blockieren
  • Das VPN kann Ihre ursprüngliche IP-Adresse nicht sehen
  • Nicht gefährdet durch gehackte Tor-Ausgangsknotenpunkte
  • Der gesamte Datenverkehr kann durch Tor geleitet werden, ohne dass individuelle Konfigurationen notwendig sind
  • Keine Paket-Unterscheidungen an Tor-Ausgangsknotenpunkten

Nachteile:

  • Ihr Internetanbieter kann sehen, dass Sie Tor nutzen
  • Kompliziertes Setup, da die Hilfe des VPN-Anbieters erforderlich ist
  • Kein Zugang zu .onion-Webseiten
  • Tor-Eingangsknotenpunkte können Ihre ursprüngliche IP-Adresse sehen
  • Nicht anwendungsspezifisch und daher nicht für P2P oder andere Programme außerhalb des Tor-Netzwerkes nutzbar, ohne die Verbindung zum VPN zu beenden